Achtsamkeit

"Die beste Weise, sich um die Zukunft zu kümmern, besteht darin, sich sorgsam der Gegenwart zuzuwenden."
Thich Nhat Hanh

Achtsames Mädchen liegt auf der Wiese

Achtsamkeit und Entwicklung 

Menschen die Grundhaltung von Achtsamkeit und Mitgefühl zu vermitteln, ist meine Kernkompetenz und Leidenschaft. Als erfahrene Leiterin der ambulanten Achtsamkeitsgruppen im Psychiatriezentrum Linthgebiet, begeistern und berühren mich die Erfahrungen und Entwicklungen der Teilnehmenden. In kurzer Zeit bewirken Achtsamkeit und Mitgefühl Wunderbares und manchmal sogar Wunder!

Wir meditieren, um unseren Geist zu beruhigen und das Herz zu öffnen. Lauschen wir der inneren Stimme, hören wir, was unser Sein verlangt. Achtsamkeit bedeutet, uns und unsere Umwelt wahrzunehmen, ohne zu bewerten. Wir fokussieren Körper, Geist und Seele, um dem ständigen Denken die Energie zu entziehen. 

"Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt."
Buddha

Die Energie im Kopf 

"Wir müssen auf unseren inneren Raum achten, den äusseren haben wir weitgehendst erforscht. 
Wenn wir uns mit der inneren Wahrnehmung befassen, nehmen unangenehme Gefühle ab."
Dalai Lama

Lassen wir ihn gewähren, arbeitet unser Geist zu 95 Prozent im Autopilot. Wir denken unablässig! Ein hoher Anteil unserer Gedanken ist geprägt von Negativität, wie etwa die unfreundliche Stimme unseres inneren Kritikers. Im Körper erzeugen diese „giftigen“ Gedanken „giftige“ Stoffe - sprich Stresshormone. Stress ist die Ursache für (fast) alle Krankheiten. Denken wir hingegen mitfühlend und freundlich, schütten wir das „Glückshormon“ Oxytocin aus. Es verringert Stress, löst Wohlbefinden aus, stärkt das Immunsystem und vieles mehr. Unsere Gedanken erzeugen also eine unmittelbare Wirkung auf uns, die positiv oder negativ sein kann. 

Achtsamkeit bringt Licht ins Dunkel! Wir erkennen unsere Gedanken und können sie folglich verändern. So beeinflussen wir unser Erleben und Handeln. Achtsamkeit lädt ein, neu zu denken. Im Gehirn entstehen neue neuronale Netzwerke - die «Verankerung» der neuen Gedanken. Durch das Kultivieren von Achtsamkeit und Mitgefühl werden wir ruhiger und können den Gegebenheiten des Lebens mit mehr Akzeptanz und weniger Angst begegnen. Der denkende Geist neigt dazu, das Herz auszuschliessen. Meditation weckt den Geist des Herzens.  

Keine Angst vor Gefühlen 

Wir meditieren, um vom Denken ins Fühlen zu kommen. Gefühle sind die Signale des Körpers. Sie weisen uns auf unsere Bedürfnisse hin, damit wir ihnen nachkommen und sie stillen können. Gleichzeitig unterstützen sie die Kommunikation mit anderen Menschen. Wir alle haben Gefühle, doch der Zugang zu ihnen ist nicht selbstverständlich. Oft schneiden wir uns von unseren Emotionen ab, weil wir glauben, das Leben sei dann einfacher, kontrollierbarer. Letztlich aber macht uns das ständige Unterdrücken von Gefühlen krank. Jedes Gefühl will gehört, gefühlt und so befreit werden. Heissen wir auch unangenehme Gefühle willkommen, können sie verdaut, integriert und losgelassen werden. Gefühle sind reine Körpersensationen. In der Meditation lernen wir, sie im Körper wahrzunehmen. Dies hilft uns auch, unangenehme Gefühle zu verwandeln und erträglicher zu machen. Geben wir ihnen Raum, werden sie klarer und verlieren ihre Destruktivität. Wir entdecken, wie sich Traurigkeit, Langeweile, Freude und Vertrauen anfühlt. Wir identifizieren sie als ein Gefühl und merken, dass wir nicht die Traurigkeit sind! Unser Geist verliert sich im Gestern oder im Morgen. Unser Herz jedoch ist immer präsent! Folgen wir unserem Herzen, führt es uns in die Freiheit! Wir begreifen, genau so wie wir sind, sind wir total in Ordnung! 

Traumasensitive Achtsamkeit 

Achtsamkeitsmeditationen können Symptome traumatisierter Menschen individuell triggern oder verstärken. Sicherheit und Stabilität stehen an oberster Stelle. Ich passe meine Arbeit den individuellen Bedürfnissen an, um einer Retraumatisierung vorzubeugen. Achtsamkeit an sich verursacht aber kein Trauma. Verantwortungsvoll angewendet, stellt sie für Menschen mit Traumaerfahrung eine wirksame Möglichkeit dar, Heilung durch Selbstregulation zu fördern:

Achtsamkeit…

  • ist in belastenden Situationen eine Stütze, da wir lernen, uns und unseren Körper wahrzunehmen, statt zu denken. 

  • hilft uns, präsent zu sein, was in unserem Inneren vor sich geht. Wir können unsere Situation, unsere Gedanken, Empfindungen und Emotionen betrachten, ohne uns damit zu identifizieren.  

  • unterstützt unsere Selbstregulation – die Fähigkeit, unsere Emotionen, Gedanken und unser Verhalten zu regulieren. 

  • minimiert durch eine regelmässige Praxis signifikant das Erleben von Stress. 

  • fördert die Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren. Das ist eine wichtige Ressource, wenn wir mit belastenden Ereignissen konfrontiert sind.